Grundsätzliches

zum Fach Englisch

Bewertung im Bereich Sprache

Klausuren in der Oberstufe werden "integrativ" bewertet, das heißt, dass die Zahl und die Schwere der Fehler nun in Beziehung gesetzt werden zu Lesbarkeit, kommunikativer Reichweite und zur sprachlichen Authentizität des Schülertextes. Dies bedeutet im Klarext, dass nicht mehr nur einfach Fehler gezählt werden, sonden unterschieden wird, ob es sich um "dicke" Fehler handelt oder z.B. "nur" um "Flüchtigkeitesfehler".

Im Folgenden finden sich einige Beispiele, wie die Sprache in einer Klausur ab Klasse 11 genauer bewertet werden könnte.

 

sehr gut (13-15 Punkte)

Der Text ist durchgängig übersichtlich gegliedert und problemlos lesbar. Der allgemeine und themenspezifische Wortschatz ist sehr reichhaltig, er wird ausgesprochen treffsicher und variabel eingesetzt. Satzbau, Verbindungselemente und sprachtypische Muster werden differenziert und variabel zur Akzentuierung der Aussage genutzt. Textsortenspezifische Formulierungen (z. B. für Brief, Rede, Essay) werden mit sicherem Gespür verwandt. Der Umgang mit Materialien ist souverän: Zitate sind knapp und prägnant, sie werden sinnvoll integriert und korrekt gekennzeichnet.
Die wenigen Verstöße gegen die Sprachrichtigkeit beeinträchtigen die Kommunikation nicht und wirken in keiner Weise störend. Sie sind im Wesentlichen Flüchtigkeitsfehler.

 

gut (10-12 Punkte)

Der Text ist weitgehend übersichtlich gegliedert und problemlos lesbar. Der umfangreiche allgemeine und themenspezifische Wortschatz wird treffsicher und variabel eingesetzt. Der Satzbau ist komplex und abwechslungsreich. Verbindungselemente und sprachtypische Konstruktionen werden angemessen häufig und treffend verwendet. Textsortenspezitische Formulierungen (z. B. für Brief, Rede, Essay) werden korrekt benutzt. Der Umgang mit Materialien ist souverän: Zitate sind zweckmäßig gewählt, werden sinnvoll integriert und korrekt gekennzeichnet.
Die Arbeit enthält eine gewisse Zahl von Fehlern, die jedoch beim Lesen nicht störend wirken. Es zeigen sich keine Defizite beim Beherrschen auch komplexerer Strukturen; die Verstöße gegen die Sprachrichtigkeit betreffen in erster Linie Ungenauigkeiten bei der Wortwahl oder sind Flüchtigkeitsfehler.

 

befriedigend (07-09 Punkte)

Sachverhalte und Meinungen werden durchweg verständlich wiedergegeben. Nur hin und wieder sind Aussagen nicht auf Anhieb zu verstehen, weil zu komplizierte Sätze konstruiert werden oder die Suche nach dem richtigen Wort in eine Sackgasse führt (Germanismus, false friend). Stellenweise bleiben Bezüge unklar. Für die Verknüpfung von Sätzen existiert ein hinreichendes, aber begrenztes Repertoire. Textsortenspezifische Formulierungen (z. B. für Brief, Rede, Essay) sind weitgehend stimmig. Sprachtypische Konstruktionen (z. B. zur Satzverkürzung) werden nur in geringem Maße oder aber übertrieben häufig verwendet. Materialgrundlagen werden sinnvoll einbezogen, aber gelegentlich sind Zitate unnötig lang bzw. werden nicht ganz korrekt integriert und gekennzeichnet.
Bei der Lektüre der Arbeit fällt eine deutliche Zahl von Fehlern ins Auge. Allerdings beeinträchtigen diese weder die Verständlichkeit der Aussage noch lassen sie auf eine Nichtbeherrschung relevanter grammatikalischer Regeln schließen. Schwächen zeigen sich allerdings bei der Handhabung seltener und komplexer Strukturen.

 

ausreichend (04-06 Punkte)

Sachverhalte und Meinungen werden im Wesentlichen verständlich wiedergegeben. Dabei dominiert ein Satzbau, der durch Parataxe sowie einfache und risikoarrne Formulierungen gekennzeichnet ist. Werden dagegen komplexe Sätze konstruiert, bleiben mehrfach Bezüge unklar und sind Aussagen nicht auf Anhieb zu verstehen. Auch führt die Suche nach dem richtigen Wort an einigen Stellen zum Gebrauch von Germanismen oder false friends. Für die Verknüpfung von Sätzen existiert ein nur begrenztes Repertoire. Textsortenspezifische Formulierungen (z. B. für Brief, Rede, Essay) sind verfügbar, werden aber nicht immer treffend eingesetzt. Sprachtypische Konstruktionen (z. B. zu Satzverkürzung) werden nur in geringem Maße oder aber stereotyp und übertrieben häufig verwendet. Materialgrundlagen werden sinnvoll einbezogen, mehrfach aber sind Zitate unnötig lang bzw. werden nicht korrekt integriert. Stellenweise findet sich eine starke sprachliche Anlehnung an die Materialvorlage.
Der Gesamteindruck der Arbeit wird von der recht hohen Zahl von Verstößen gegen die Sprachrichtigkeit bestimmt. Die Ursache liegt überwiegend in deutlichen Unsicherheiten bei der Handhabung komplexer Strukturen und Regeln.

 

mangelhaft (01-03 Punkte)

Der Text ist schwer lesbar und an zahlreichen Stellen nicht unmittelbar verständlich. Defizite in Wortschatz, Grammatik und Satzbau behindern die Kommunikation erheblich. Register werden nicht durchgehalten, Stilebenen werden vermengt, textsortenspezifische Formulierungen (z. B. für Brief, Rede, Essay) unzureichend beherrscht. Der Satzbau ist variantenarm. Beim Zitieren einer Materialvorlage wird entweder das Zitat nicht gekennzeichnet oder das übernommene Versatzstück falsch eingearbeitet.
Die hohe Zahl von Verstößen gegen die Sprachrichtigkeit lässt auf deutliche Defizite im Bereich elementarer Strukturen und Wortfelder schließen. Mehrfach beeinträchtigt die Häufung von Fehlern das Erfassen der Aussageabsicht. Ursächlich für die hohe Zahl von Fehlern sind die offenkundige Nichtbeherrschung komplexer Strukturen sowie auch deutliche Schwächen im elementaren Bereich.

 

ungenügend (00 Punkte)

Der Text ist an zahlreichen Stellen nicht unmittelbar verständlich. Mehrfach bleibt darüber hinaus die Aussageabsicht auch nach mehrfachem Lesen unklar. Extreme Defizite in Wortschatz, Grammatik und Satzbau sind die Ursache. Für Register, Stilebenen und textsortenspezifische Formulierungen fehlt offenbar jegliches Gespür. Der Satzbau beschränkt sich — sofern er überhaupt gelingt — auf einfachste Strukturen. Beim Zitieren einer Materialvorlage wird entweder das Zitat nicht gekennzeichnet oder das übernommene Versatzstück falsch eingearbeitet.
Die äußerst hohe Zahl von Verstößen gegen die Sprachrichtigkeit, deren Schwere und Häufung mehrfach zum Zusammenbruch der Syntax und damit der Kommunikation mit dem Leser führen, weist darauf hin, dass elementarste Regeln nicht oder nur äußerst lückenhaft beherrscht werden und dass eine Behebung dieser Mängel in absehbarer Zeit realistischerweise nicht erwartet werden kann.

 

Quelle: Rundschreiben der Bezirksregierung Braunschweig vom 29.10.2003
(komplettes Schreiben "Bewertung der sprachlichen Leistungen" [5 Seiten, 594 KB] als Scan herunterladen)

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